EBA-Stresstest im Wandel: Was sich im Ansatz der Aufsicht zum Stresstest 2027 verändert

Foto von Obie Fernandez auf Unsplash; Download am 03.08.2026

 

Die europäische Bankenaufsicht (EBA) nutzt Stresstests, um zu bewerten, wie widerstandsfähig Banken gegenüber wirtschaftlichen und finanziellen Schocks sind. Auf Basis der Ergebnisse lassen sich damit potenzielle Schwachstellen frühzeitig erkennen.

Für den EU-weiten EBA-Stresstest 2027 wurden schon Entwürfe der Methodik, der Templates und der Template-Guidance veröffentlicht, um den Banken eine ausreichende Vorbereitungszeit zu ermöglichen. Im Folgenden stellen wir eine Übersicht inklusive einer voraussichtlichen Timeline des Stresstests 2027 dar, erläutern die wesentlichen Änderungen gegenüber dem vorherigen Stresstest 2025 und gehen detaillierter auf die neuen Templates im Bereich Klimarisiken ein.

Der EU-weite EBA-Stresstest 2027: Überblick und wesentliche Änderungen gegenüber 2025

Die EBA führt alle zwei Jahre gemeinsam mit der EZB, dem Europäischen Ausschluss für Systemrisiken (ESRB) sowie den nationalen Aufsichtsbehörden einen EU-weiten Stresstest durch. Dabei werden insbesondere die größten und bedeutendsten Banken einbezogen, die direkt unter der Aufsicht der EZB stehen. Für die Durchführung werden die von der EBA entwickelte Methodik sowie die zugehörigen Meldebögen verwendet. Nach Abschluss des Stresstests veröffentlicht die EBA sowohl institutsspezifische als auch aggregierte Ergebnisse. [1]

Wesentliche Änderungen
  • Reduzierte Datenanforderungen
  • Ausrichtung an regulatorischen Meldeanforderungen
  • Integration von Klimarisiken

Die EBA hat die Entwürfe der Methodik, der Templates sowie der zugehörigen Template-Guidance für den EU-weiten Stresstest 2027 veröffentlicht. Gegenüber den Vorjahren enthält der Stresstest zahlreiche Vereinfachungen, die die Effizienz steigern und die Risikosensitivität verbessern sollen, ohne die Aussagekraft und Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu beeinträchtigen. Zu den wesentlichen Änderungen zählen eine deutliche Reduzierung der Datenanforderungen, die stärkere Ausrichtung an den aufsichtlichen Meldeanforderungen (realisiert durch eine Übernahme von Meldepunkten in das reguläre CoRep- und FinRep-Reporting) sowie die Integration von Klimarisiken in den EU-weiten Stresstest. [3]

Insgesamt nehmen 63 Banken aus der Europäischen Union und Norwegen teil, darunter 47 Institute aus dem Euroraum. Diese repräsentieren rund 75% des europäischen Bankensektors. [3]

Zudem wurde die Konsultationsphase früher als bei den bisherigen EBA-Stresstests gestartet, um den teilnehmenden Banken mehr Zeit für die Vorbereitung einzuräumen.

Der voraussichtliche Zeitplan

Auf Basis der Erfahrungen aus den vergangenen EU-weiten Stresstests sowie der bisherigen Timelines lässt sich folgende erwartete Zeitplan ableiten (Abbildung 1).

Abbildung 1: Grafische Darstellung der Timeline des EU-weiten Stresstest 2027 auf Basis des letzten Stresstests.

In der zweiten Januarhälfte 2027 beginnt die Durchführung der Übung. Ende April 2027 erfolgt voraussichtlich die erste Einreichung bei der EBA. Die zweite Einreichung bei der EBA ist für Juni 2027 vorgesehen. Anschließend wird die finale Einreichung bei der EBA voraussichtlich im Juli 2027 erfolgen. Im August 2027 werden schließlich die Ergebnisse veröffentlicht.

In dem folgenden Abschnitt erfolgt ein Vergleich der Templates des EU-weiten Stresstest 2027 mit den Templates des EU-weiten Stresstests 2025. Als wesentliche Grundlage der nachfolgenden Analyse dient die Quelle [3], insbesondere die Dokumente „2027 EU-wide stress test – Draft Methodological Note“ und „2027 EU-wide stress test – Draft Template Guidance“. Sämtliche Templates wurden ebenfalls den Quellen [2] und [3] entnommen.

Änderungen in der Template-Struktur

Die Templates des EU-weiten Stresstests lassen sich in sieben Themenbereiche einteilen:

  • Kreditrisiko (CR),

  • Marktrisiko (MR),

  • NII,

  • operationelles Risiko (OR),

  • zinsunabhängige Erträge, Aufwendungen und Kapital (Non-Interest Income, Expenses and Capital, NIEC),

  • Klimarisiken (CL) sowie

  • Transparenz (TRA).

Der Bereich Klimarisiko wurde im EU-weiten Stresstest 2027 erstmals eingeführt, weshalb im weiteren Verlauf dieses Insights ein besonderer Fokus darauf gelegt wird.

Abbildung 2: Grafische Darstellung der strukturellen Änderungen der Templates in den EU-weiten Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Der EU-weite Stresstest 2025 umfasste insgesamt 39 Templates. Im Stresstest 2027 wurden vier neue Templates eingeführt und ein Template gestrichen. Darüber hinaus entstanden durch die Aufteilung bestehender Templates vier zusätzliche Templates, während durch die Zusammenlegung von Templates zwei Templates entfielen. Insgesamt umfasst der EU-weite Stresstest 2027 somit nun 44 Templates.

Im Folgenden werden die wesentlichen strukturellen Änderungen der Templates veranschaulicht. In den Bereichen NII und operationelles Risiko ergeben sich keine strukturellen Änderungen.

In Abbildung 2 ist zu sehen, dass in dem Themenbereich Kreditrisiko das Template CSV_CR_SCEN in die beiden Templates zu Verlusten aus bilanzwirksamen Positionen und zu Verlusten aus außerbilanziellen Positionen aufgeteilt wurde. Darüber hinaus wurde das REA-Template in die beiden Templates zum Standardansatz (STA) und Ratingansatz (IRB) aufgespalten.

In dem Bereich Marktrisiko wurde das FULL_REVAL-Template unterteilt in das FULL_REVAL-Template und das FULL_REVAL_HFT-Template. Das Template zu der Neubewertung der Reserven wurde in CVA und FuVA und Unsicherheiten aufgespaltet. Das Template CSV_MR_OPT_REVAL wurde entfernt.

In dem Themenbereich zinsunabhängige Erträgen Aufwendungen und Kapital (NIEC) wurden die Templates zur Berechnung potenzieller Ausschüttungsbeschränkungen nach einer Überschreitung der risikobasierten MDA- und/oder LR-MDA-Schwellenwerte nun konsolidiert. Zusätzlich wurde das Template zu Verwaltungsaufwendungen CSV_ORAE („Other remaining administrative expenses“) umbenannt in CSV_ADM_EXP („administrative expenses”).

In dem erstmals eingeführten Bereich Klimarisiko wurden insgesamt drei neue Templates aufgenommen: ein Summary-Template, ein Template zum Transitionsrisiko sowie ein Template zum physischen Risiko. Auf diese Templates wird im Abschnitt „Fokus: Templates zu Klimarisiken (CL)“ ein besonderer Fokus gelegt.

Schließlich wurden in dem letzten Bereich Transparenz die Templates TRA_CR_IRB („Credit Risk (loss projection) IRB“) und TRA_CR_STA („Credit Risk (loss projection) STA“) zusammengeführt. Gleichzeitig wurde ein neues Template hinzugefügt, das die auf die REA bezogenen Spalten enthält. Diese Templates werden vollständig automatisiert befüllt, sodass kein zusätzlicher Befüllungsaufwand für die Institute entsteht.

In den folgenden Abschnitten werden die Änderungen in den Templates der einzelnen Themenbereiche näher erläutert.

Templates zum Kreditrisiko

In dem Bereich Kreditrisiko wurden mehrere Templates angepasst. Eine Zusammenfassung der Änderungen im Vergleich zum EBA-Stresstest 2025 ist in Abbildung 3 zu finden.

Abbildung 3: Grafische Darstellung der Änderungen der Templates zum Kreditrisiko im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Neben der Aufteilung von zwei Templates in jeweils zwei Einzeltemplates lässt sich feststellen, dass der Meldeumfang insgesamt verkleinert wurde. Dies wird insbesondere durch die Reduktion der Anzahl an Zeilen und Spalten deutlich. Infolgedessen verringert sich die Anzahl der von den Instituten zu meldenden Datenpunkte. Darüber hinaus wird die Verwendung von CoRep-Meldedaten explizit vorgesehen. Im Vergleich zum EBA-Stresstest 2025 besteht eine weitere wesentliche Änderung in der Aufspaltung des Summary-Templates in On-Balance-Sheet- und Off-Balance-Sheet-Exposures. Das Verbriefungs-Template ist im Stresstest 2027 transponiert. Zudem sind die Institute nun verpflichtet, die Projektionen im Verbriefungs-Template eigenständig zu berechnen und zu melden.

Zusätzlich ist von Interesse, wie sich die Anzahl der von den Instituten auszufüllenden Felder (in der Regel die weißen Felder im Template) gegenüber dem vorherigen Stresstest verändert hat. Einen Überblick für den Bereich Kreditrisiko liefert Abbildung 4.

Abbildung 4: Anzahl der zu befüllenden Felder in den Templates zur Kreditrisiko im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Es ist deutlich erkennbar, dass die Anzahl der auszufüllenden Felder für sämtliche Kreditrisiko-Templates im EBA-Stresstest 2027 kleiner oder gleich hoch ist wie im Stresstest 2025. Die wesentlichen Ursachen für die beiden höchsten Deltas sind zum einen die Umstellung der Asset-Klassen von CoRep auf FinRep und zum anderen die reduzierte Anzahl von Asset-Klassen gemäß CRR III. Über sämtliche Kreditrisiko-Templates hinweg reduziert sich somit die Gesamtzahl der auszufüllenden Input-Felder im Vergleich zu 2025 um 77%.

Das bedeutet, dass statische Felder zunehmend in das reguläre Reporting (CoRep/ FinRep) überführt werden, während sich der Stresstest selbst auf die dynamischen Komponenten nach Überleitung des Szenarios konzentriert. Mehraufwand entsteht durch noch stärkere Konsistenzanforderungen zwischen Risiko- und Finanzdaten.

Auch im Bereich Marktrisiko zeigen sich vergleichbare Entwicklungen.

Templates zum Marktrisiko

Eine Übersicht über die wesentlichen Änderungen der Templates im Bereich Marktrisiko ist in Abbildung 5 dargestellt.

Abbildung 5: Grafische Darstellung der Änderungen der Marktrisiko-Templates im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Auch in diesem Bereich zeigt sich eine Reduktion des Meldeumfangs, die insbesondere auf die Verringerung der Anzahl von Zeilen und Spalten in den Templates zurückzuführen ist. Zudem werden im REA-Template künftig auch die Capital Requirements unter FRTB gestresst, was bei vielen Häusern für methodische Fragestellungen sorgen wird. Darüber hinaus werden zwei bestehende Templates jeweils in zwei separate Templates aufgeteilt. Die Analyse der FULL_REVAL-Templates zeigt, dass die HFT-Positionen (Handelsbuchpositionen) nun in einem separaten Template dargestellt werden. Zudem werden Hedge Items und Hedge Instruments wieder als separate Meldepositionen ausgewiesen, analog zur Vorgehensweise in früheren EBA-Stresstests (siehe auch Abbildung 6). Eine weitere Änderung besteht darin, dass die bisherige Untergliederung nach IFRS-13-Bewertungsebenen nicht mehr Bestandteil des Templates ist.

Abbildung 6: Graphische Darstellung der Änderungen im REVAL-Template, vgl. [3].

Analog zur Analyse der Kreditrisiko-Templates wird auch für die Marktrisiko-Templates die Anzahl der Input-Felder verglichen (siehe Abbildung 7).

Abbildung 7: Anzahl der auszufüllenden Felder in den Templates zum Marktrisiko im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Auch hier zeigt sich, dass die Anzahl der von den Instituten auszufüllenden Felder im EBA-Stresstest 2027 überwiegend geringer oder gleich hoch ist wie im EBA-Stresstest 2025. Die größte Differenz ergibt sich bei den FULL_REVAL-Templates. Dies ist insbesondere auf weniger detaillierte Sensitivitäten sowie den Wegfall des Zeilenaufrisses nach Hedges zurückzuführen. Es existieren jedoch auch Templates, bei denen die Anzahl der auszufüllenden Felder im Jahr 2027 höher ausfällt als im Jahr 2025. Die größte Abweichung dieser Art zeigt sich beim CCR-Template. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Stresstest 2027 mehr Counterparties aufgeführt werden. Insgesamt umfasst der EBA-Stresstest 2027 im Bereich Marktrisiko rund 42% weniger auszufüllende Felder als der EBA-Stresstest 2025.

Im nächsten Abschnitt werden Templates zu Zinsüberschuss und operationellen Risiko betrachtet.

Templates zu NII und operationellen Risiko

In diesem Abschnitt werden die Bereiche NII und operationelles Risiko (OR) betrachtet, für die insgesamt fünf Templates vorgesehen sind. Eine Übersicht der entsprechenden Templates ist in Abbildung 8 dargestellt.

Abbildung 8: Grafische Darstellung der Änderungen der Templates zu Zinsüberschuss (NII) und operationellen Risiko (OR) im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Der Umfang des Meldebogens wird auch in diesen Bereichen hauptsächlich durch die Reduzierung der Zeilen- und Spaltenanzahl verringert. Dies wird zudem anhand der geringeren Anzahl auszufüllender Felder deutlich (vgl. Abbildung 9). Beim CALC-Template zeigt sich gegenüber dem EBA-Stresstest 2025 eine Verringerung der Anzahl auszufüllender Felder um 107.074. Diese Differenz ist insbesondere auf die reduzierte Anzahl berücksichtigter Länder zurückzuführen. Während im EBA-Stresstest 2025 noch 50 Länder betrachtet wurden, sind es im EBA-Stresstest 2027 lediglich 20.

Abbildung 9: Anzahl der auszufüllenden Felder in den Templates zu Zinsüberschuss (NII) und Operationellen Risiko (OR) im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Auch in diesen Bereichen ist zu beobachten, dass die Anzahl der von den Instituten auszufüllenden Felder im EBA-Stresstest 2027 durchweg geringer oder höchstens gleich hoch ist wie im EBA-Stresstest 2025. Im Bereich Zinsüberschuss reduziert sich die Anzahl der Input-Felder um 57%, während sie im Bereich operationelles Risiko um insgesamt 68% gegenüber dem Stresstest 2025 sinkt.

Im Folgenden wird der Themenbereich zinsunabhängige Erträge, Aufwendungen und Kapital näher betrachtet.

Templates zu zinsunabhängigen Erträgen, Aufwendungen und Kapital (NIEC)

Im Bereich der zinsunabhängigen Erträge, Aufwendungen und Kapital wurden gegenüber dem EBA-Stresstest 2025 nur geringfügige Anpassungen an den Templates vorgenommen. Auch in diesem Fall ist eine Verringerung des Meldeumfangs festzustellen.

Eine Übersicht der entsprechenden Templates ist in Abbildung 10 dargestellt. Die Anzahl der von den Instituten auszufüllenden Felder in diesen Templates kann Abbildung 11 entnommen werden.

Abbildung 10: Grafische Darstellung der Änderungen des Templates zu zinsunabhängigen Erträgen, Aufwendungen und Kapital im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Abbildung 11: Anzahl der auszufüllenden Felder in dem Template zu zinsunabhängigen Erträgen, Aufwendungen und Kapital im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Auffällig sind insbesondere das Summary-Template und das ONEOFF-Template, da im EBA-Stresstest 2027 mehr von Instituten auszufüllende Felder vorgesehen sind als noch im Jahr 2025. Dies ist darauf zurückzuführen, dass im Summary-Template zusätzlich Zeilen durch die Unterteilung der Position „Other ExposureAmounts“ eingeführt wurde. Im Template CSV_ONEOFF erfolgt zudem nun eine Projektion für alle drei Stressjahre, während in der Vergangenheit lediglich das erste Stressjahr projiziert wurde. Dennoch zeigt sich auch hier, dass die Gesamtzahl der auszufüllenden Input-Felder über alle Templates zu zinsunabhängigen Erträgen, Aufwendungen und Kapital im EBA-Stresstest 2027 insgesamt 19% geringer ausfällt als im EBA-Stresstest 2025.

Als nächstes folgt ein Überblick über die Templates zur Transparenz.

Templates zur Transparenz (TRA)

Die acht Transparenz-Templates werden im EBA-Stresstest automatisch befüllt, da sie entweder verformelte oder nicht auszufüllende Felder enthalten. Dadurch entsteht für diese Templates kein zusätzlicher Befüllungsaufwand für die Institute.

Abbildung 12: Grafische Darstellung der Änderungen des Templates zur Transparenz im EBA-Stresstest (2025 vs. 2027 Draft).

Die wesentliche Änderung bei diesen Templates besteht in der Reduzierung des Meldeumfangs, siehe auch Abbildung 12. In einigen Templates sind keine grauen Felder mehr vorhanden. Graue Felder kennzeichnen Positionen, die nicht auszufüllen sind. Stattdessen enthalten diese Templates ausschließlich verformelte Felder (gelbe Felder), wie beispielsweise das CAP-Template in Abbildung 13 zeigt.

 

Abbildung 13: Darstellung des TRA_CAP-Templates im EBA-Stresstest 2025 und im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

 

Im folgenden Kapitel wird ein besonderer Fokus auf die in EBA-Stresstest 2027 neu eingeführten Templates zu Klimarisiken gelegt.

Fokus: Templates zu Klimarisiken (CL)

Erstmals werden Klimarisiken in den EU-weiten EBA-Stresstest integriert. Banken sind damit verpflichtet, zusätzlich zum adversen makroökonomischen Szenario klimabezogene Schocks zu berücksichtigen. Dabei wird zwischen Transitionsrisiken (Transition Risks) und physischen Risiken (Physical Risks) unterschieden.

Definitionen und Szenarien zu Klimarisiken

Unter Transitionsrisiken werden finanzielle Verluste verstanden, die sich aus dem Übergang zu einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaft ergeben. Ihre Auswirkungen entstehen durch Veränderungen, die die Gegenparteien einer Bank sowie die gehaltenen Vermögenswerte betreffen. Im Rahmen des EBA-Stresstests 2027 werden Transitionsrisiken für den Zeitraum von 2027 bis 2029 anhand von zwei alternativen Schock-Sets analysiert. Das erste Set umfasst sogenannte klimabezogenen Variablen (Climate Variable Shocks), welche die direkten Auswirkungen klimapolitischer und marktbezogener Veränderungen abbilden. Hierzu zählen insbesondere Entwicklungspfade der CO2-Preise, Treibhausgasemissionen und Energiepreise, einschließlich möglicher Preissteigerungen bei Öl und Gas. Ergänzend dazu werden GVA-Shocks (Gross Value Added Shocks) berücksichtigt. Diese erfassen die sektorspezifischen Auswirkungen der Transformation auf die wirtschaftliche Aktivität. Die Schocks werden länderspezifisch vorgegeben und stehen sowohl auf Ebene der NACE-1- als auch der NACE-2-Wirtschaftszweige zur Verfügung.

Abbildung 14: Grafische Darstellung der JRC-Flussüberschwemmungskarte für Deutschland.

Physische Risiken beschreiben das Risiko finanzieller Verluste, die durch die unmittelbaren physischen Auswirkungen von Umwelt- und Klimafaktoren verursacht werden. Im Rahmen des EBA-Stresstest 2027 wird das physische Risiko auf das Risiko von Flussüberschwemmung (River Flood Risk) begrenzt. Das zugrunde liegende Szenario basiert auf einen Flussüberschwemmungsereignis mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 1% und wird für alle Länder des Europäischen Wirtschaftsraums angewendet. Die Modellierung der Überschwemmungsrisiken erfolgt auf Basis der Fluss-überschwemmungsgefahrenkarte des Joint Research Centre (JRC). Ein Zugang zu den JRC-Flussüberschwemmungskarten ist in [6] zu finden. Eine grafische Darstellung einer entsprechenden Karte für Deutschland ist in Abbildung 14 zu sehen. Der physische Schock wird ausschließlich im ersten Projektionsjahr 2027 angesetzt. Für die nachfolgenden Projektionsjahre werden keine zusätzlichen physischen Schocks angenommen.

Im nächsten Abschnitt wird näher auf den Umfang und die inhaltliche Ausgestaltung der Templates eingegangen.

Umfang der Templates im Bereich Klimarisiken

Hinweise
  • Struktur und Definition orientieren sich an der Methodik des Kreditrisikos
  • Physische Risiken betreffen auch nichtfinanzielle Unternehmen (NFCs)
  • Bei physischen Risiken werden sowohl Bruttowerte als auch Nettowerte der Versicherungen betrachtet.

Insgesamt existieren drei Templates im Bereich Klimarisiken: das Summary-Template, ein Template zu Transitionsrisiko und ein Template zu physischem Risiko.

Der Anwendungsbereich des Klimamoduls beschränkt sich auf ausgewählte bilanzielle Kreditrisikopositionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Andere Exposures, die im Rahmen des EU-weiten Stresstests berücksichtigt werden, fallen nicht in den Anwendungsbereich des Klimamoduls. Insbesondere werden Marktrisiken in diesem Bereich nicht betrachtet.

Für die Analyse von Transitionsrisiken werden die gesamten Risikopositionen gegenüber nichtfinanziellen Unternehmen (NFCs) berücksichtigt. Hierzu zählen sowohl Kredite und Darlehen als auch gehaltene Schuldverschreibungen. Darüber hinaus werden Risikopositionen aus Wohnbaufinanzierungen betrachtet. Diese Auswertung erfolgt dabei nach den Energieeffizienzklassen der zugrunde liegenden Immobilien.

Im Bereich der physischen Risiken werden sämtliche im europäischen Wirtschaftsraum gelegenen, durch unbewegliche Vermögenswerte besicherten Kreditpositionen betrachtet. Hierzu zählen insbesondere Kredite und Darlehen, die durch Immobilien besichert sind. Zusätzlich umfasst die Analyse die Exposures gegenüber nichtfinanziellen Unternehmen innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums über sämtliche Wirtschaftssektoren hinweg.

In den nächsten Abschnitten werden die drei Klimarisiko-Templates genauer betrachtet.

Template CSV_CL_SUM

Das Summary-Template dient der Darstellung der Auswirkungen des Klimarisikomoduls auf die Gewinn- und Verlustrechnung der bilanziellen Positionen, die in den Anwendungsbereich des Klimamoduls fallen. Die Befüllung dieses Templates erfolgt automatisch auf Basis der Informationen aus den Templates zu Transitionsrisiken und physischen Risiken, sodass hier kein manueller Befüllungsaufwand entsteht.

Die Zeilen des Templates enthalten Angaben zum Jahresendbestand, zu Migrationen zwischen Risikostufen, zu Wertminderungen sowie zu relevanten Kreditrisikoparametern. Die Spalten stellen die Daten nach Projektionsjahr und Szenario dar und enthalten zusätzlich eine Aufschlüsselung nach der jeweiligen Klimarisikoart (Transitionsrisiko und physischem Risiko). Das vollständige Template kann in Abbildung 15 betrachtet werden.

Abbildung 15: Summary-Template CSV_CL_SUM im Bereich Klimarisiko im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Als Nächstes wird das Template zum Transitionsrisiko näher analysiert.

Template CSV_CL_TR (Transitionsrisiko)

Zunächst wird das Transitionsrisiko-Template betrachtet. Die Kreditrisikovariablen sind dabei gemäß den Definitionen von den Templates CSV_CR_SCEN und CSV_CR_SECTOR auszuweisen. Für sämtliche Risikopositionen ist eine Berichterstattung auf Länderebene erforderlich. Engagements gegenüber nichtfinanziellen Unternehmen (NFCs) sind nach der NACE Rev. 2-Klassifikation auf Ebene 1 und 2 zu berichten, wobei ausschließlich wesentliche Engagements mit einem Anteil von mindestens 0,5% des Gesamtexposures von NFCs berücksichtigt werden. Wohnimmobilienfinanzierungen (RRE) sind entsprechend ihrer Energieeffizienz in sogenannten Energy Performance Buckets zu gruppieren.

Für die Jahre 2025 und 2026 sind die IST-Daten zu melden. Ergänzend sind für den Zeitraum 2027 bis 2029 jährliche Projektionen unter dem adversen Klima- und Transitionsszenario einzureichen. Dabei ist sicherzustellen, dass die Projektionen über Länder, Sektoren und Portfolios hinweg konsistent sind und den zugrunde liegenden Annahmen des Klimaszenarios entsprechen.

Abbildung 16 zeigt die grundlegende Struktur des Templates und gibt einen Überblick über die enthaltenen Elemente.

Abbildung 16: Übersicht über das Transitionsrisiko-Template sowie dessen Struktur im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Die Struktur des Templates zeigt eine Gliederung nach Jahr, Szenario und Ländern. Innerhalb der einzelnen Länder werden die Risikopositionen in die Kategorien total NFCs, die NACE Rev. 2-Klassifikation (Level 1 und Level 2, insbesondere die Sektoren A bis H sowie M) sowie Households unterteilt. Die NACE Rev. 2-Klassifikation stellt dabei die von der Europäischen Union verwendete Systematik zur Einteilung wirtschaftlicher Tätigkeiten dar. Dabei werden folgende Sektoren verwendet:

  • A: Land- und Forstwirtschaft, Fischerei,

  • B: Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden,

  • C: Verarbeitendes Gewerbe/ Herstellung von Waren,

  • D: Energieversorgung.

  • E: Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen,

  • F: Baugewerbe/ Bau

  • G: Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen,

  • H: Verkehr und Lagerei und

  • M: Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen.

Für das Berichtsjahr 2025 sind ausschließlich die Spalten des Bereichs „End of Year – Stocks“ zu befüllen. Im Jahr 2026 müssen hingegen sowohl die Spalten „Within Year – Flows and Parameters“ als auch die Spalten „End of Year – Stocks“ gemeldet werden. Für die Projektionsjahre 2027 bis 2029 werden grundsätzlich nur die Spalten „Within Year – Flows and Parameters“ ausgefüllt. Die Werte in den Spalten „End of Year – Stocks“ werden automatisch berechnet, da diese über Formeln hinterlegt sind. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet die POCI-Spalte, die weiterhin manuell zu befüllen ist.

Betrachtet man alle Spalten dieses Templates, wird deutlich, dass diese grundsätzlich nach derselben Methodik wie im SECTOR-Template abgeleitet werden, siehe Abbildung 17. Eine Ausnahme bilden die LTV-Ratio-Spalten, welche im SCEN-Template zu finden sind. Die Ermittlung der Werte basiert somit weitgehend auf die bereits für die SECTOR- und SCENARIO-Templates etablierten Prozessen. Der wesentliche Aufwand ergibt sich aus der erforderlichen Differenzierung nach den einzelnen NACE-Ebenen sowie aus der Trennung der Effekte des Klimastressszenarios von den allgemeinen makroökonomischen Einflüssen.

Abbildung 17: Alle Spalten aus dem Transitionsrisiko-Template im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Ergänzend zum Transitionsrisiko-Template gibt es ein separates Template für physische Risiken. Dessen Aufbau und Anforderungen werden im nächsten Abschnitt detaillierter betrachtet.

Template CSV_CL_PR (Physisches Risiko)

Das Template zum physischen Risiko dient der Meldung von Ausgangsdaten sowie projizierten Kreditrisikoinformationen zu Risikopositionen, Risikovorsorgen und Kreditrisikoparametern. Die Struktur orientiert sich grundsätzlich am SCEN-Template, wird jedoch um spezifische Anforderungen zur Abbildung von Hochwasserrisiken ergänzt. Die Meldung erfolgt nach Jahr, Szenario, Land, Asset-Klassen sowie dem Grad der Exponierung gegenüber Hochwasserrisiken. Dabei werden die Risikopositionen den Kategorien „highly exposed“, „moderately exposed“, „not significantly exposed” und „not classified” zugeordnet.

Im Vergleich zum SCEN-Template sind zusätzlich drei weitere Spalten zu befüllen:

  • Versicherungsschutz in Prozent (Insurance Coverage, in %),

  • Der Bestand an Risikovorsorgen nach Berücksichtigung privater Versicherungen (Stock of provisions, Net of private insurance) sowie

  • Der Bestand an Risikovorsorgen nach Berücksichtigung privater Versicherungen und öffentlicher Unterstützungsprogramme (Stock of provisions, Net of private insurance and public schemes).

Für die Anwendung der Schocks sind primär die Hochwassergefahrenkarte des Joint Research Centre (JRC) als Referenzgrundlage zu verwenden. Nationale Hochwasserkarten dürfen ergänzend herangezogen werden, sofern diese erforderlich sind. Darüber hinaus müssen die vorgenommenen Klassifizierungen und Projektionen nachvollziehbar, konsistent und umfassend dokumentiert sein.

Abbildung 18 zeigt die grundlegende Struktur des Templates und gibt einen Überblick über die enthaltenen Elemente.

Abbildung 18: Übersicht über das Template zum physischen Risiko sowie dessen Struktur im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Für das Berichtsjahr 2025 sind ausschließlich die Spalten in „End of Year – Stocks – Gross of Insurance“ zu befüllen. Für das Jahr 2026 sind zusätzlich die Spalten „Within Year – Flows and Parameters“ zu melden. Für das erste Projektionsjahr 2027 müssen sowohl die Spalten „Within Year – Flows and Parameters“ als auch die Spalten „End of Year – Stocks – Net of Insurance“ befüllt werden. Die Werte in den Spalten „End of Year – Stocks – Gross of Insurance” werden hingegen automatisch berechnet, da sie über entsprechende Formeln hinterlegt sind. Im Projektionsjahr 2028 reduziert sich der Meldeumfang innerhalb von „Within Year – Flows and Parameters“ auf zwei Spalten, weitere Eingaben sind grundsätzlich nicht erforderlich. Wie bereits beim Transitionsrisiko-Template bilden auch hier die POCI-Spalte eine Ausnahme von dieser Struktur und muss gesondert berücksichtigt werden.

Abbildung 19 gibt einen vollständigen Überblick über die Spalten des Templates zum physischen Risiko.

Abbildung 19: Alle Spalten aus dem Template zum physischen Risiko im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Alle Spalten aus diesem Template (bis auf die letzten drei Spalten) werden nach derselben Methodik wie im SCEN-Template abgeleitet. Die letzten drei Spalten im Block „Net of Insurance“ (grüne Felder in Abbildung 19) sind neu hinzugekommen. Die Ermittlung der Werte basiert auf den gleichen Prozessen, die bereits für die Templates SECTOR und SCEN verwendet werden. Der wesentliche Aufwand entsteht durch die konsistente Anwendung des physischen Szenarios auf die Immobilien- und NFC-Portfolios der Bank.

Zusammengefasst bietet Abbildung 20 einen Überblick über die Spalten der Kreditrisiko- und Klimarisiko-Templates.

Abbildung 20: Überblick über alle Spalten aus dem Kreditrisiko-Templates SECTOR und SCEN und den Klimarisiko-Templates TR und PR.

Die beiden rosa markierten Spalten (PD/TR- und LGD/LR-Percentage of exposures), die am Anfang der Templates SECTOR bzw. SCEN stehen, entfallen in den Klimarisiko-Templates. Alle übrigen Spalten des SECTOR-Templates sind im Transitionsrisiko-Template enthalten. Darüber hinaus werden dort zusätzlich die drei blau markierten LTV-Spalten aus dem SCEN-Template übernommen. Das SECTOR-Template und das SCEN-Template unterscheiden sich sowohl durch die blauen LTV-Spalten als auch durch die orangen markierten Spalten, die ausschließlich im SCEN-Template vorhanden sind (Spalten zur Overlays und Average Maturity). Mit Ausnahme der bereits erwähnten rosa Spalten werden sämtliche Spalten des SCEN-Templates auch im Template zum physischen Risiko verwendet. Zusätzlich enthält das letztere Template drei weitere grün markierte Spalten zu den Stocks Net of Insurance.

Nach der Analyse der Templates im Bereich Klimarisiko werden im folgenden Kapitel die zugrunde liegenden methodischen Überlegungen näher erläutert.

Methodische Überlegungen

Im Folgenden werden die Auswirkungen von Klimarisiken auf die Gewinn- und Verlustrechnung betrachtet. Einen zusammenfassenden Überblick über die Wirkungszusammenhänge liefert Abbildung 21. Dabei wird zwischen Transitionsrisiken und physischen Risiken unterschieden.

Abbildung 21: Überblick über die Auswirkungen von Klimarisiken auf die Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Zu den wesentlichen Risikotreibern der Transitionsrisiken zählen die Entwicklung der CO2- und Energiepreise, Anforderungen an die Dekarbonisierung, branchenspezifische Belastungen sowie die Energieeffizienz von Immobilien. Diese Faktoren wirken sich auf das Kreditrisiko aus, indem sie sowohl zu einer Erhöhung der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) als auch zu einem Anstieg der Verlustquote (LGD) führen können.

Auf der Seite der physischen Risiken umfassen die zentralen Risikotreiber die Hochwassergefährdung gemäß den JRC-Gefahrenkarten, die geografische Verortung der Sicherheiten, die Bewertung potenzieller Immobilienschäden sowie die daraus resultierende Anpassung der Sicherheitenbewertung. Die möglichen Auswirkungen reichen von einer Wertminderung der Sicherheiten über eine Erhöhung der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) und der Verlustquote im Ausfall (LGD) bis hin zu einer Verschlechterung des Kreditstatus mit einem Übergang in Stage 2 oder Stage 3 gemäß IFRS 9.

Sowohl Transitionsrisiken als auch physische Risiken wirken sich auf die Kreditrisikoparameter PD/TR und LR/LGD aus. Die Verschlechterung dieser Risikoparameter führt zu höheren Expected Credit Losses sowie steigenden Risikovorsorgen und Wertminderungen (Provisions und Impairments). Diese Effekte schlagen sich unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung (P&L) nieder. Darüber hinaus wirken sich auch Versicherungsmaßnahmen zur Risikominderung (Insurance Mitigation) auf die Gewinn- und Verlustrechnung aus. Insbesondere können Unterschiede zwischen der Brutto- und Nettobetrachtung die Höhe der erwarteten Verluste und damit den Einfluss auf die P&L beeinflussen.

Im Rahmen der regulatorischen Anforderungen sind Klimaschocks zusätzlich zum adversen makroökonomischen Szenario anzuwenden. Dabei können die institutsinternen Kreditrisikomodelle verwendet werden. Die Zuordnung des Szenarios zu den Risikotreibern kann auf Basis bestehender ESG-Meldungen erfolgen. Anschließend sind die gestressten Ausfallwahrscheinlichkeiten (PD/TR) sowie Verlustquoten (LR/LGD) zu prognostizieren. Auf dieser Grundlage werden Rückstellungen und Wertminderungen geschätzt. Sämtliche getroffenen Annahmen und angewandten Methoden sollen dabei transparent dokumentiert werden.

In den folgenden beiden Abschnitten werden die wesentlichen Übertragungskanäle des jeweiligen Klimarisikos dargestellt.

Transitionsrisiko: Wesentliche Übertragungskanäle

Im Bereich der Transitionsrisiken sehen die regulatorischen Vorgaben vor, dass die Auswirkungen der im Szenario vorgesehenen Schocks auf die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer modelliert werden. Für die Analyse der wesentlichen Übertragungskanäle wird zwischen zwei Arten von Risikopositionen unterschieden:

  • Immobilienfinanzierung (siehe Abbildung 22) und

  • Forderungen gegenüber NFCs (siehe Abbildung 23).

Abbildung 22: Wesentliche Übertragungskanäle für Immobilienexposures bei Transitionsrisiken im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Bei Immobilienexposures stellt der Anstieg von Betriebs- und Energiekosten sowie der erhöhte Investitionsbedarf zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden einen wesentlichen Übertragungskanal dar. Hierdurch kann die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kreditnehmer beeinträchtigt werden, was sich in einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit (PD/TR Effekt) niederschlagen kann. Ein weiterer Übertragungskanal ergibt sich aus Unterschieden in der Energieeffizienz von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Eine geringe Energieeffizienz kann zu Wertverlusten bei den Sicherheiten, einer sinkenden Marktnachfrage sowie höheren Sanierungs- und Modernisierungskosten führen. Dies kann einen Anstieg der Verlustquote im Ausfall (LGD Effekt) verursachen. Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht die beschriebenen Zusammenhänge.

Beispielhafter Workflow

Gemäß dem Szenario wird bspw. ein Anstieg der Energiepreise um 2% erwartet. Dies führt zu höheren Betriebskosten für Immobilien. In der Folge sinkt die Marktnachfrage nach Immobilien, was zu rückläufigen Immobilienpreisen von im Durchschnitt 5% führt. Die genauen Werte können anhand von Studien oder externen Datenquellen quantifiziert werden. Die entsprechenden Effekte werden in das Kreditrisikomodell integriert und resultieren unter Stressbedingungen in einer erhöhten Verlustquote im Ausfall (LGD) von 40% zu 45%, also einer Differenz von 5%.

Als Nächstes werden die Exposures gegenüber nichtfinanziellen Unternehmen betrachtet, siehe auch Abbildung 23.

Abbildung 23: Wesentliche Übertragungskanäle für Exposures gegenüber NFCs bei Transitionsrisiken im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Zu den wesentlichen Übertragungskanälen bei Exposures gegenüber NFCs zählen steigende Betriebs- und Energiekosten, zusätzliche Investitionsanforderungen zur Erreichung von Dekarbonisierungszielen, die Substitution bestehender Technologien durch klimafreundlichere Alternativen sowie Veränderungen der Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen. Die Folge sind geringere Erträge und Cashflows sowie eine Verschlechterung der Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer, was zu einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD/TR Effekt) führen kann. Zur Veranschaulichung wird das folgende Beispiel betrachtet.

Beispielhafter Workflow

Gemäß dem Szenario steigen in Deutschland die Energiekosten und es tritt ein sektorspezifischer Schock, angenommen in Sektor A, auf die Bruttowertschöpfung (GVA) ein. Dies führt zu höheren Betriebskosten und einer Verschlechterung der Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer. Die zentrale Herausforderung besteht in der Übersetzung der Szenarioannahmen auf die Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer. Diese kann um 4% sinken. Infolgedessen verändern sich die erwarteten Cashflows. Die Auswirkungen werden in das Kreditrisikomodell integriert und resultieren unter Stressbedingungen in einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit (PD).

Nun werden die wesentlichen Übertragungskanäle bei den physischen Risiken betrachtet.

Physisches Risiko: Wesentliche Übertragungskanäle

Im Bereich physisches Risiko sind Risikopositionen, die von Hochwasserereignissen betroffen sein könnten, im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Wert der Sicherheiten sowie auf die operative Leistungsfähigkeit und die Rückzahlungsfähigkeit nichtfinanzieller Unternehmen zu stressen. Dabei wird zwischen drei Arten von Risikopositionen unterschieden:

  • Wohnimmobilienexposures,

  • Gewerbeimmobilienexposures und

  • Exposures gegenüber NFCs.

Einen Überblick der wesentlichen Übertragungskanäle im Bereich physischen Risiko ist in Abbildung 24 zu finden.

Abbildung 24: Wesentliche Übertragungskanäle für Wohnimmobilienexposures, Gewerbeimmobilienexposures und Exposures gegenüber NFCs bei physischen Risiken im EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Bei Wohnimmobilienexposures bilden direkte physische Schäden an Immobilien sowie indirekte Auswirkungen auf den wahrgenommenen Wert der Sicherheiten einen wesentlichen Übertragungskanal. Diese können zu sinkenden Werten der Sicherheiten und höheren Reparaturkosten führen und sich dadurch negativ auf die Verlustquote im Ausfall auswirken (LGD Effekt).

Mögliche Übertragungskanäle für Gewerbeimmobilienexposures sind Beeinträchtigung der Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer, beispielsweise durch Betriebsunterbrechungen, eine geringere Geschäftstätigkeit der Mieter, vorrübergehende Schließungen von Betriebsstätten oder die Verlagerung von Mietern. Hierdurch kann die Fähigkeit der Kreditnehmer zur Bedienung ihrer Verbindlichkeit geschwächt werden und zu einem Anstieg der Ausfallwahrscheinlichkeit führen (PD/TR Effekt). Ein weiterer Übertragungskanal wäre die Verringerung des Marktwertes von Gewerbeimmobilien. Dies führt zu sinkende Investorennachfrage und eine geringere Marktliquidität (LGD Effekt).

Im Bereich Exposures gegenüber NFCs sind Beeinträchtigung von Produktionsprozessen, Lieferketten, Logistiknetzwerken sowie der Verfügbarkeit von Arbeitskräften wesentliche Übertragungskanäle. Dies kann zu Umsatzrückgängen, höhere Betriebskosten und eine Verschlechterung der Cashflows führen (PD/TR Effekt). Darüber hinaus kann der Wert der gestellten Sicherheiten, insbesondere von Gebäuden, Maschinen, Anlagen und Vorräten, beeinträchtigt werden, was sich negativ auf die Verlustquote im Ausfall auswirken kann (LGD Effekt).

Zur Veranschaulichung der beschriebenen Wirkungsmechanismen wird das Beispiel in Abbildung 24 betrachtet.

Illustrativer Workflow

Die Vorgehensweise umfasst zunächst die Ermittlung der Koordinaten des betrachteten Standorts. Anschließend wird anhand der JRC-Hochwassergefahrenkarte, siehe [6], die zu erwartende Überflutungstiefe bestimmt und daraus die entsprechende Risikoklassifizierung abgeleitet. Denkbar ist eine Tiefe von bis zu 0,5 Meter am eingegebenen Standort. Auf dieser Grundlage wird mithilfe einer Schadensfunktion der erwartete Schaden geschätzt, sei es 10%. So eine Schadensfunktion kann beispielsweise ermittelt werden, indem auf Basis vergangener Hochwasserereignisse der Zusammenhang zwischen Überflutungstiefe und relativem Schadensanteil bestimmt und dieser anschließend mit einem maximalen Schadenswert für das jeweilige Objekt verknüpft wird, siehe auch [5]. Die Herausforderungen bei der Ermittlung und Anwendung einer Schadensfunktion werden im nächsten Abschnitt näher erläutert. Abschließend werden die ermittelten Verluste in Veränderungen der relevanten Risikoparameter übersetzt.

Im nächsten Abschnitt werden die Herausforderungen bei der Analyse von Klimarisiken aufgelistet.

Herausforderungen bei der Analyse von Klimarisiken

Die neuen Templates zu Klimarisiken im EBA-Stresstest 2027 bringen zahlreiche Herausforderungen mit sich. In diesem Abschnitt werden ausgewählte Herausforderungen sowie mögliche Lösungsansätze vorgestellt. Einen Überblick über die wesentlichen Themenfelder bietet Abbildung 25.

Abbildung 25: Herausforderungen beim Ausfüllen der Klimarisiko-Templates und mögliche Lösungsansätze für den EBA-Stresstest 2027 (Draft).

Mögliche Arten von auftretenden Herausforderungen sind fehlende Daten, unklare Methodiken, die Übersetzung von Szenarioannahmen in Risikotreiber und finanzielle Auswirkungen, eine unzureichende Datenqualität oder eine hohe Abhängigkeit von Annahmen. In Abbildung 25 werden die Arten den einzelnen Herausforderungen zugeordnet.

Zunächst werden Herausforderungen vorgestellt, die den Transitionsrisiken oder den physischen Risiken zugeordnet werden können. Anschließend werden Herausforderungen analysiert, die beide Risikoarten gleichermaßen betreffen.

  • Zuallererst werden die Herausforderungen im Bereich des Transitionsrisikos betrachtet. Eine Herausforderung wären unvollständige Daten zu CO2-Emissionen, eingeschränkte Informationen über Dekarbonisierungsstrategie und fehlende Informationen zur Energieeffizienz. Mögliche Lösungsansätze in diesem Bereich wären Datenbeschaffung über externe Datenanbieter, aber auch interne Initiativen zur Datenerhebung. Zudem kann eine näherungsweise Schätzung auf Grundlage des Gebäudealters, des Standortes und der Nutzungsart bzw. auf Basis sektorspezifischer Informationen für NFCs erfolgen.

  • Eine weitere zentrale Herausforderung besteht darin, die Wirkungszusammenhänge zwischen CO2-Bepreisung, Dekarbonisierungsanforderungen und Veränderungen der Marktnachfrage sowie deren Auswirkungen auf sektorspezifische Unternehmens- und Kreditrisiken angemessen zu erfassen. In vielen Instituten wurden in diesem Bereich bereits im Zuge früherer Klimastresstests, regulatorischer ESG-Meldungen und weiterer ESG-Initiativen erste Analysen und methodische Ansätze entwickelt. Ein möglicher Lösungsansatz besteht daher darin auf bestehende Methoden, Prozesse und Meldungen zurückzugreifen und die Annahmen des jeweiligen Szenarios auf relevante Risikotreiber abzubilden.

  • Für eine Herausforderung im physischen Risiko sind für NFCs sämtlich betroffene Standorte zu berücksichtigen. Dies erfordert die Kenntnis aller Standorte, darunter Lager- und Produktionsstandorte, Wohnorte der Mitarbeitenden sowie weitere relevante Betriebsstätten und Einrichtungen, die in der Regel nicht vollständig vorhanden sein muss. Ein einfacher Lösungsansatz wäre hier nur die Hauptstandorte zu beachten, was jedoch zu Ungenauigkeiten führen könnte. Abhängig von der Komplexität und Exposure wären auch folgende Lösungsansätze möglich:

  1. Eine detaillierte Erfassung sämtlicher Standorte erfolgt nur für besonders komplexe Kunden.

  2. Es werden regionale Annahmen verwendet, gegebenenfalls ergänzt um einen Sicherheitsaufschlags (Buffer).

  3. Es wird ausschließlich der Hauptsitz berücksichtigt, da zusätzliche Standorte keinen Einfluss auf das Ergebnis haben und daher nicht wesentlich eingestuft werden.

  • Aber auch die Kenntnis von geografischen Koordinaten, um mit der JRC-Hochwassergefahrenkarte zu überprüfen, ob ein Standort von dem Risiko betroffen ist oder nicht, ist eine Herausforderung. Ein möglicher Lösungsansatz wäre das Mapping in einer Weise abzubilden, sodass es möglich ist Postleitzahlgebiete auszuschließen, die keinem wesentlichen Risiko unterliegen. Alternativ können Adressen mithilfe von Geoinformationstools in geografische Koordinaten überführt werden. Zusätzlich wäre die Nutzung von Hochwasserkarten und Bewertungen von Hochwasserschutzzonen aus dem Kreditvergabeprozess hilfreich.

  • Auch beim physischen Risiko sind die Übertragungskanäle eine wesentliche Herausforderung, also das Übersetzen von Klimarisiken in finanzielle Auswirkungen, beispielsweise Wertminderungen von Vermögenswerten, Kreditausfälle oder einen Anstieg von PD/LGD. Banken sollen Schadensfunktionen verwenden, um die Auswirkungen auf ihre Risikopositionen abzuschätzen und für die Ermittlung von Abschlägen auf Sicherheitenwerte sowie gestressten PD-/TR- und LR-/LGD-Parametern auf Trail-Risk-Schadenskennzahlen zurückgreifen. Als methodische Grundlage kann dabei die JRC-Veröffentlichung in [5] genutzt werden. Schadensfunktionen werden typischerweise durch die Verknüpfung von Überflutungstiefe, sektorbezogenem Schadensfaktor und maximalem Schadenswert je Quadratmeter ermittelt, wobei der Schadensfaktor den prozentualen Anteil des maximalen Schadens bei einer bestimmten Wassertiefe beschreibt [5]. Hierbei können auch regionale bzw. ortspezifische Gegebenheiten wie Gebäudetyp, Baumaterial und die Lage in einem städtischen oder ländlichen Umfeld berücksichtigt werden.

  • Zusätzlich ist beim physischen Risiko die Bewertung des Umfangs und der Höhe der risikomindernden Wirkung von Versicherungen im Rahmen privater und öffentlicher Versicherungssysteme wichtig. Als Lösungsansatz erfolgt bei großen Firmenkunden eine individuelle Bewertung der Versicherungsdeckung (einschließlich privater Versicherungsdeckungen) sowie die Ableitung relevanter Daten aus kommerziell verfügbaren Versicherungsprodukten. Bei kleinen Kunden werden private Versicherungslösungen nicht berücksichtigt. Stattdessen wird auf öffentliche Absicherungs- und Entschädigungssysteme gemäß EIOPA zurückgegriffen, siehe auch [4].

  • Die POCIs bilden sowohl im Bereich physisches Risiko als auch im Bereich Transitionsrisiko eine Ausnahme und sind somit in beiden Bereichen eine Herausforderung. Für die Auswirkungen von Klimarisiken auf die Wertminderung von POCIs stehen bisher keine oder nur begrenzt entwickelte Methoden zur Verfügung. Falls für POCI-Exposures eine Workout-LGD berechnet wird, sollten diese als möglicher Lösungsansatz wie regulär performende Exposures behandelt und die Auswirkungen auf die LGD bewertet werden. Hierzu ist eine geeignete Schadensfunktion festzulegen und der daraus resultierende Effekt auf die LGD zu quantifizieren. Alternativ kann das Szenario in den erwarteten Recovery-Cashflows berücksichtigt werden. Die Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung können durch die Überführung des Szenarios in cashflow-mindernde Stressfaktoren bewertet werden. Dieser Ansatz liegt möglicherweise näher an der tatsächlichen IFRS-9-Methodik zur Ermittlung von Wertminderungen bei POCIs.

  • Generell gilt, dass zusätzliche Kenntnisse zum Thema Klimarisiko erforderlich sind. Dies kann sichergestellt werden, wenn Klimarisiko-Experten frühzeitig in die Stresstest-Initiative eingebunden werden. Alternativ wäre während der gesamten Durchführung der Übung ein kontinuierlicher und regelmäßiger Austausch zwischen den Fachleuten aus dem Bereich Kreditrisiko und Klimarisiko sinnvoll.

  • Zudem ist der Aufbau des erforderlichen Wissens und Verständnisses für die Bewertung und Modellierung von Klimarisiken mit einem erheblichen anfänglichen Ressourcen- und Zeitaufwand verbunden. Dementsprechend sollten vorhandene institutsinterne Expertise, z.B. aus Klimastresstests, der ESG-Meldungen, etc., identifiziert und wiederverwendet werden. Darüber hinaus sollte ein Abgleich der angewandten Methoden und Annahmen mit etablierten Marktstandards erfolgen.

  • Die letzte Herausforderung besteht in der nachvollziehbaren und konsistenten Dokumentation der zahlreichen getroffenen Annahmen in den Explanatory Notes. Für diese Problemstellung existiert ein naheliegender Lösungsansatz. Die Erstellung der Erläuterungen sollte parallel zum Analyseprozess erfolgen, wie dies nicht nur für Klimarisiken, sondern generell bei Stresstests empfehlenswert ist. Dabei sollte der Schwerpunkt auf der Sicherstellung einer konsistenten Darstellung und Argumentationslinie über die Bereiche Kreditrisiko und Klimarisiko hinweg liegen.

Die Analyse zeigt, dass die Durchführung von Klimastresstests mit vielen Herausforderungen verbunden ist. Abschließend werden die wesentlichen Änderungen im EBA-Stresstest 2027 mit dem Fokus auf Klimarisiken zusammengefasst.

Zusammenfassung

In diesem Abschnitt werden die wesentlichen Änderungen vom EBA-Stresstest 2027 im Vergleich zum EBA-Stresstest 2025 nochmal zusammengefasst.

Im Vergleich zu früheren Stresstests wurde der Umfang der Berichtserstattung deutlich reduziert. Durch die Vereinfachung des Meldeumfangs und die Konsolidierung einiger Templates konnte die Anzahl an erforderlichen Datenpunkte um rund 55% verringert werden. Darüber hinaus werden bestehende regulatorische Datenbestände, insbesondere aus CoRep- und FinRep-Meldungen, wiederverwendet.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration von Klimarisiken in den regulären EU-weiten Stresstest. Hierfür werden Informationen zu Transitionsrisiken auf Ebene wirtschaftlicher Sektoren und Informationen zu physischen Risiken (Hochwasserrisiken entlang Flüssen) für relevante Portfolios berücksichtigt. Die Struktur und Definition der Klimarisikokomponente orientieren sich dabei an den Ansätzen des Kreditrisikos. Physische Risiken beziehen sich auch auf nichtfinanzielle Unternehmen, was zu einer erhöhten methodischen Komplexität führt.

Dies führt zu den folgenden Auswirkungen. Für Banken ergibt sich einerseits eine Verringerung des Meldeaufwands durch vereinfachte Meldeanforderungen, weniger Datenpunkte und die Möglichkeit, bestehende regulatorische Daten aus CoRep- und FinRep-Meldungen wiederzuverwenden. Andererseits entstehen neue Anforderungen im Zusammenhang mit der Integration von Klimarisiken in den EU-weiten Stresstest. Dabei sind klimabezogene Schocks zusätzlich zum adversen makroökonomischen Szenario zu berücksichtigen. Während bei Transitionsrisiken die Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer zu modellieren sind, müssen bei physischen Risiken die Folgen von Hochwasserereignissen auf Sicherheitenwerte, die operative Leistungsfähigkeit nichtfinanzieller Unternehmen sowie deren Fähigkeit zur Rückzahlung von Verbindlichkeiten analysiert werden.

Zusammenfassend wird der EBA-Stresstest 2027 den Meldeaufwand vereinfachen und gleichzeitig von den Banken verlangen, Klimarisiken in ihre Stresstestverfahren zu integrieren.

Neben den Änderungen in dem EU-weiten EBA-Stresstest 2027 gibt es auch weitere parallel laufende Initiativen. Das EBA-Simplifizierungspaket sieht unter anderem vor, dass Ausgangswerte teilweise in den CoRep- und FinRep-Meldungen überführt werden. Dadurch entsteht ein erhöhter Abgleichsaufwand mit der FinRep-Meldung.

Darüber hinaus können die im Zuge der MaRisk-Novelle vorgesehenen Änderungen des Anwenderkreises in der neuen Novellierung und die damit resultierende Anforderungen an die Umsetzung von Stresstests Auswirkungen auf den EBA-Stresstests haben.

Über Finbridge

Finbridge unterstützt Sie als unabhängiges Beratungsunternehmen in den grundsätzlichen Fragestellungen des aufsichtsrechtlichen Risikomanagements. Insbesondere im Umfeld regulatorisch getriebener Stresstests beraten wir Sie bei der Vorbereitung inhaltlicher Maßnahmen zur Umsetzung von Szenarien und moderieren Sie durch diesen umfassenden Prozess. Aus mehrjähriger Erfahrung im Umfeld von EZB-Stresstests bringen wir Interpretation von Anforderungen und Marktvergleiche mit in den Prozess der Template-Befüllung ein und entwickeln mit Ihnen gemeinsam eine Kommunikationsstrategie, die auf Aufsichtsrückfragen schnell, sicher und transparent reagiert.

Sie haben Fragen zu den fachlichen Änderungen und Herausforderungen im Detail? Unsere Expertinnen und Experten stehen Ihnen für einen vertiefenden Austausch zu fachlichen Anforderungen, aktuellen Änderungen und konkreten Umsetzungsherausforderungen gerne zur Verfügung.

Quellenverzeichnis

[1]   EZB: Stresstests. Stresstests, zuletzt abgerufen am 03.08.2026

[2]   EBA: Stress Test 2025 - Methodology & Scenarios. 2025 | European Banking Authority, last accessed on 28.07.2026

[3]   EBA: Stress Test 2027 - Draft methodology. EU-wide stress testing | European Banking Authority, last accessed on 28.07.2026

[4]   EIOPA: Dashboard on insurance protection gap for natural catastrophes. Dashboard on insurance protection gap for natural catastrophes - European Insurance and Occupational Pensions Authority, last accessed on 03.08.2026

[5]   Huizinga, J., De Moel, H. and Szewczyk, W., Global flood depth-damage functions: Methodology and the database with guidelines, Publications Office of the European Union, Luxembourg, 2017, ISBN 978-92-79-67781-6, JRC105688

[6]   Joint Research Centre (JRC): river flood hazard maps. Index of /ftp/jrc-opendata/CEMS-EFAS/flood_hazard, last accessed on 28.07.2026


Autorin: Dr. Regina Koller

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Stefan Scheutzow

Partner

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Stefan.Scheutzow at Finbridge.de

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